#51 Traumjob eingetauscht: Vom OP ins Startup mit Dr. Lena Eschenbach

Shownotes

Dr. Lena Eschenbach ist Herzchirurgin und Gründerin von Better Clinics. Statt weiter Karriere im OP zu machen, entschied sie sich für einen radikalen Neuanfang. Ihre Mission: die hausärztliche Versorgung auf dem Land neu denken.

Mit Better Clinics verbindet sie klassische Hausarztpraxen mit Telemedizin. So können Ärztinnen und Ärzte teilweise im Homeoffice arbeiten, während Patientinnen und Patienten weiterhin persönlich in ihrer Praxis betreut werden. Ein Modell, das nicht nur dem Ärztemangel begegnen soll, sondern auch neue Arbeitsmodelle für die Medizin schafft.

In dieser Folge spricht Lena darüber, warum Karriere nicht immer geradlinig verlaufen muss, weshalb Gründen vor allem Persönlichkeitsentwicklung ist und warum Sichtbarkeit gerade für Gründerinnen einen echten Unterschied macht.

🎙 Warum sie ihre Karriere als Herzchirurgin hinter sich gelassen hat 🎙 Wie Better Clinics den Hausärztemangel auf dem Land lösen möchte 🎙 Warum Telemedizin mehr ist als eine Videosprechstunde 🎙 Weshalb mehr Ärztinnen im Homeoffice arbeiten könnten 🎙 Warum Gründen vor allem bedeutet, sich selbst kennenzulernen 🎙 Wie sich ihr Blick auf Sichtbarkeit komplett verändert hat

💡 „Gründen bringt dich an die Grenzen deiner Persönlichkeit. Und genau dort lernst du am meisten über dich selbst.“ – Lena

𝗭𝘂 𝗗𝗿. 𝗟𝗲𝗻𝗮 𝗘𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻𝗯𝗮𝗰𝗵 📌 LinkedIn Lena: https://www.linkedin.com/in/dr-med-lena-eschenbach-0810a6142/ 📌 Web: https://www.better-clinics.de/

𝗭𝘂 𝗙𝗲𝗺𝗩𝗶𝘀𝗶𝗯𝗹𝗲 & 𝗞𝗲𝗿𝘀𝘁𝗶𝗻 𝗦𝗰𝗵𝗶𝗲𝗳𝗲𝗹𝗯𝗲𝗶𝗻: FemVisible macht Frauen und ihre Ideen sichtbar – mit einer Plattform, einem Netzwerk und diesem Podcast. Der Podcast wird gehostet von Kerstin Schiefelbein, Initiatorin von FemVisible.

📌 Website: http://femvisible.de 📌 Instagram: @femvisible 📌 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/kerstinschiefelbein/

Transkript anzeigen

00:00:09: Herzlich Willkommen zu Visible Talk.

00:00:11: Mein Name ist Kerstin Schiefelbein und heute ist Dr.

00:00:14: Lina Eschenbach, Gründerin von Beta-Klinik zu Gast.

00:00:18: Als Herzchirurgin hatte sie ihren Traumjob bereits erreicht – genau dann neu angefangen!

00:00:24: Heute entwickelt sie ein innovatives Modell für die hausärztliche Versorgung auf dem Land.

00:00:29: Wir sprechen über Mut unter Nehmertum und die Frage warum der größte Karriere Schritt manchmal ein Neuanfang ist.

00:00:37: Auf die Plätze Sichtbar los.

00:00:57: Liebe Lena, herzlich willkommen!

00:01:00: Hallo liebe Kerstin!

00:01:02: Freu mich sehr dass wir heute sprechen und du bist ja auch Teilnehmerin des Femvisible-Programms und daher kennen wir uns auch schon ein bisschen.

00:01:12: aber unsere Zuhörerinnen die kennen dich wahrscheinlich noch nicht so gut Und freuen sich schon auch mehr über dich heute zu erfahren.

00:01:20: Denn du machst was ganz Besonderes mit Better Clinics und das darfst du auch gleich erzählen, doch als erstes wollen wir von dir hören, gab es irgendwie so ein Aha-Moment in deinem Leben der dir eine Erkenntnis gebracht hat oder wo du dattest, ah da ist was?

00:01:38: Vielleicht magst du das mit uns teilen.

00:01:42: Also... Für mich war so ein Ah-Effekt eigentlich, der mich dazu bewegt hat zu gründen und auch diesen ganzen Prozess nicht mehr als schwierig anzusehen.

00:01:58: Ja, auch einfach im Leben mehr ausprobieren kann und nicht immer auf seinem einen eingeschlagenen Karriereweg bleiben muss.

00:02:05: Sondern dass man da einfach die Möglichkeit hat nochmal sich komplett neu zu erfinden.

00:02:11: Und als ich da mich so losgelöst habe davon zu sagen Ich muss jetzt das eine machen bis ich sechzig bin Da vielmehr auf einmal finde mir die Dinge viel leichter Als noch zuvor.

00:02:24: Das war für mich so ein Ah-hafeffekt würde ich jetzt sagen

00:02:29: Und in welcher Situation warst du, als sich dieser Effekt oder dieser Moment sozusagen begleitet hat?

00:02:39: Also ja vielleicht sagst auch ein bisschen woher du kommst was dein Background ist und wie es vielleicht auch zu dem Gedanken kann.

00:02:47: Genau.

00:02:47: Ich bin Ärztin und habe erst den Facharzt für Herzchirurgie gemacht, was ich auch mit unheimlicher Leidenschaft gemacht hab – viele Stunden im OP, viele Stunden in der Klinik.

00:02:58: Und dann tatte ich irgendwann schon so die Frage auf, will ich das mein Leben lang machen?

00:03:07: Moment für mich, wo ich auf einmal darüber nachgedacht habe ob das jetzt für immer ist oder ob nicht.

00:03:13: Ich als Ärztin und mit meinen persönlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften auch noch in einem ganz anderen Bereich der Medizin vielleicht gute schaffen könnte?

00:03:24: Und ja so ist es eben entstanden mit diesem AHA-Effekt dass ich irgendwann gemerkt hab okay Auch wenn ich diesen Weg eingeschlagen habe ich kann's auch nochmal komplett neu überdenken und mich nochmal etwas ganz anderem entfalten.

00:03:38: Das klingt doch super spannend und deshalb sind wir jetzt auch schon ganz neugierig in was du dich dann entfaltet hast.

00:03:45: Magst du denn mal sagen, was dann kam nach deiner herzschirrigen Karriere?

00:03:50: Ja also ich habe dann irgendwann den Skype hell weggelegt und gesagt okay ich werde jetzt noch auf dem Land gebraucht bis zwei tausendfünfunddreißig elftausend fehlende Hausärzte in Deutschland haben.

00:04:03: Natürlich jetzt nicht in den großen Ballungsgebieten, sondern hauptsächlich auf dem Land und eben entlegeneren Gegenden.

00:04:12: Und dann wurde immer wieder mit diesem Thema konfrontiert über die Medien und über die Patienten und habe dann angefangen darauf rumzudenken und zu recherchieren und hab die Lösung eben mit Beta-Klinik gefunden oder entwickelt.

00:04:27: Genau, da ist es so dass wir eben die ganz normale Hausarztpraxis eröffnen.

00:04:34: Aber das ganze kombinieren mit einem digitalen Konzept.

00:04:38: Das heißt bei uns ist der Arzt an einzelnen Tagen vor Ort und anderen Tagen per Video in die Praxis übertragen was den Vorteil hat, dass sie eben die Ärzte, die hauptsächlich in den Ballungszentren sitzen, dass wir die auch wieder aufs Land bekommen.

00:04:52: genau und das habe ich jetzt vor allem Gut, genau einem Jahr gestartet und schon zwei Praxen.

00:04:58: Und hoffe dass ich da mit dem Hausarztmangel eben entgegenwirken

00:05:02: kann.".

00:05:04: Da sind ja gleich mehrere spannende Sachen dabei und ich weiß auch nicht ob schon jeder verstanden hat wie so deine Praxis aussieht.

00:05:13: also vielleicht kannst du das mal ein bisschen beschreiben.

00:05:15: wir können es ja jetzt hier leider nicht zeigen.

00:05:17: aber wie sieht so eine Hausarzpraxis auf dem Land aus die mit Telemedizin ausgestattet ist?

00:05:24: Also im Prinzip sind eigentlich die Räumlichkeiten komplett gleich wie eine Haushaltspraxis, wie man sie kennt.

00:05:29: Man kommt rein und da ist der Empfang.

00:05:31: Da ist eine Empfangsdame oder eine Sprechstunde gehilfen, die einen Empfang nimmt.

00:05:36: Und dann ist eben das Sprechnzimmer.

00:05:37: und jetzt ist der kleine feine Unterschied bei uns dass an einzelnen Tagen dort ganz einfach physischen Arzt sitzt und den Patienten in Empfang nimmt und untersuchen kann und alles.

00:05:48: An anderen Tagen ist quasi hinter dem Schreibtisch des Arztes ein Videoscreen an der Wand angebracht mit einer Kamera und an diesen Tagen wird dann eben der Arzt per Video in die Praxis übertragen.

00:06:04: Und vor Ort ist eine sogenannte Physischen Assistant, das ist ein Studiengang zwischen Krankenschwester und Arzt von einem Ausbildungsniveau und er darf dann eben vor Ort untersuchen, die Anamnese also das Anamnesegespräch führen und kann sozusagen als verlängerte Arm des Arztes funktionieren.

00:06:29: Interessant, das heißt die Leute kommen in deine Praxis an bestimmten Tagen untersucht.

00:06:45: Aber der Arzt sieht den Patienten und sagt dann seinem Kollegen, seiner Kollegin mach mal das mit dem Patienten oder wie muss ich mir das vorstellen?

00:06:54: Genau.

00:06:54: Also meist ist es so, dass der Physischen Assistant sich den Patienten schon vorab anguckt mit ihm schon gesprochen hat das Ganze schon in unser System eingetragen hat.

00:07:04: also wenn er jemanden mit einer Erkältung kommt und schreibt Husten seit drei Tagen kein Fieber stopfen und dann sieht der Arzt es schon und auch die Untersuchungen die durchgeführt wurde also wenn jetzt die Lunge auskultiert im Stethoskop, ob er da irgendwas gehört hat.

00:07:26: Ob der Patient verschleimt ist etc.

00:07:28: und dann kann der Arzt eben immer noch sagen du Mensch, da hätte ich jetzt auch gerne ein Blutbild.

00:07:33: oder wenn das jetzt andere Symptome als Nerkältung sind sondern vielleicht einen Bauch beschwerden könnte sogar der Physischen Assistant auch den Ultraschall durchführen dass dann der Arz der zu Hause im Home Office sitzt live an seinem Bildschirm sieht.

00:07:49: also

00:07:50: genau

00:07:51: Also es ist im Prinzip kein hundertprozentele Medizinkonzept, sondern der Patient ist schon noch in der Praxis und wird dort auch betreut.

00:08:00: Aber der Arzt ist quasi mit telemedizinischen Möglichkeiten zugeschalten.

00:08:08: aber es ist immer so dass die Patienten in die Praxis kommen müssen.

00:08:10: Die machen das nicht zu Hause!

00:08:12: Es gibt bei uns auch die Option, dass sie vor Zuhause ganz normal Telemedizin machen können.

00:08:16: Aber dadurch das es ganze Jahr kreiert wurde um auf dem Land eingesetzt zu werden wo wir ja auch vermehrt ältere Patienten haben wollten oder wollte ich die auf diesem digitalen Weg nicht alleine lassen.

00:08:29: Wir kennen das alle, dass es für uns alles gar kein Problem ist sich da einzubehlen und Telemedizin zu machen.

00:08:34: Und hier und da für unsere Eltern oder die bisschen ältere Generation eben dann doch.

00:08:39: Ich glaube auch ganz persönlich als Ärztin dran, dass der Hausarzt gerade in den ländlichen Strukturen eine Anlaufstelle ist, die nicht nur dazu dient, sondern medikamentisch verschrieben bekommt, sondern auch so ein sozialer Dreh- und Angelpunkt ist.

00:08:55: Das wollte ich eben nicht nehmen, dass diesen positiven Effekt, den der Hausarzt auf dem Land ist oder auch in der Stadt ist aber hier eben noch vermehrt.

00:09:04: Dass das nicht genommen wird, aber das Ganze um die Telemedizin bzw diese digitale Struktur ergänzt wird.

00:09:10: Aber die Patienten sollten auf diesem Weg eben nicht allein gelassen werden.

00:09:17: Ja, schön.

00:09:18: Das heißt aber du gehst dann oder machst Praxen auf in Gebieten die kleine Dörfer sind, die keinen Hausarzt haben?

00:09:26: Oder wie kommst Du auf die Standorte?

00:09:29: Das ist ganz unterschiedlich hier bei unserem ersten Standort in Frauenberg.

00:09:33: Da wurde ich von einem anderen Bürgermeister zu diesem Bürgemeister empfohlen, weil er eben auch lange nach dem Hausarzt gesucht hat und die Praxisräumlichkeiten ins Gemeindezentrum unten reingemacht.

00:09:44: Beim anderen Standort war es so dass die Bürgereisterin schon drei Jahre lang nach einem Hausarz gesucht hatte, weil der alte Hausarst in Rente gegangen ist und seine Praxis einfach geschlossen hat, weil ja kein Nachfolger gefunden hat.

00:09:56: das ist häufig die Situation.

00:09:58: Und dann haben wir dort eben in Langenbach, in der Gemeinde die Praxis eröffnet.

00:10:04: Also Ziel ist es schon einfach damit, in die unterversorgten Gebiete zu gehen.

00:10:08: Dort muss keine medizinische Versorgung gibt und das Ganze dann eben um die Telemedizin zu ergänzen.

00:10:15: Aber was ich da wichtig finde, ist dass man sich noch mal betone, dass es nicht hier um Digitalisierung der Digitalisierung wegen geht sondern es gibt einen sogenannten Klebeeffekt.

00:10:27: also wenn man sich zahlenmäßig anguckt wie viel allgemein mehr Ärzte es gibt Dann sind ja schon ausreichend.

00:10:34: Ärztes Problem ist nur die Kleben in den großen Ballungszentren weil das sind mittlerweile sind, ich glaube zwei Drittel der Medizinstudenten Frauen.

00:10:44: Die studieren jetzt sage ich mal in Nürnberg, lernen dort ihren Partner kennen haben dort ihre Familie und ihre Kinder.

00:10:50: die machen dann nicht anderthalb Stunden entfernt von Nürnenberg entfernt ihre Praxis auf oder von München entfernt sondern bleiben eben in den großen Städten kleben.

00:10:58: ja deswegen Klebeeffekt.

00:11:00: Und so war das Ziel durch Beta-Klinik und diese digitale Struktur die Ärzte aus dem Land zu bringen um quasi Ihr könnt aus dem Homeoffice arbeiten, ihr müsst nur vereinzelt mal rausfahren und so die Ärzte aufs Land zu bekommen.

00:11:16: Weil das eben das Problem war gar nicht unbedingt die Zahl der Ärzten sondern die Ärzte am falschen Ort.

00:11:21: Und das können wir mit unserem digitalen Struktur, mit unserer Telemedizin-Struktur lösen.

00:11:27: Wie kommt es bei Ärzzen an, die du kennenlernst oder in die zu deinem Netz weggehören?

00:11:33: Was sagen sie dazu?

00:11:36: Ich habe viele Initiativbewerbungen, weil natürlich die Perspektive im Homeoffice zu arbeiten für Ärzte sehr attraktiv ist.

00:11:43: Gerade auch für junge Ärztinnen, die zwei oder drei Kinder haben, die sagen, so kann ich einfach meinen Alltag besser abbilden... Am Anfang ist es aber schon auch eine Herausforderung, so die Medizin zu machen.

00:11:57: Wenn man den Patienten nicht direkt vor sich hat, dann muss man sie schon erst reinfinden.

00:12:01: also ich bin auch derzeit mit meinen Ärztinnen, die eben im Homeoffice arbeiten da im engen Austausch, die dann ihr Feedback geben was müssen wir verbessern?

00:12:09: Was müssten wir anders machen?

00:12:11: Was für Physischen ist das denn?

00:12:12: vielleicht noch zusätzlich fragen und so welche Patienten kann man gar nicht in der umgedrehten Videosprechstunde sehen?

00:12:19: oder welche kann man so gut behandeln?

00:12:22: Also da sind wir eben noch so iterativ am Optimieren.

00:12:26: Okay, und die Patienten?

00:12:29: Ich meine jetzt hast du schon gesagt es sind eher ältere Menschen auf dem Land, die vorher vielleicht auch gewohnt waren ihren langjährigen Arzt dazu kennen der dann leider in Rente gegangen ist.

00:12:41: wie reagieren sie auf euch wenn die da jetzt auf einmal in die Praxis kommen und da hängt ein Bild schon?

00:12:46: Wissen Sie das vorher oder?

00:12:48: Ja, die wissen das.

00:12:49: Weil es natürlich auch durch die Bürgermeister und auch durch uns so publik gemacht worden ist – wir machen dann immer bevor wir eine Praxis eröffnen – Tag der auf den Tür, wo jeder sich das angucken kann, wo wir Testläufe haben, dass die Patienten sehen wie fühlt sich eine ungedrehte Videosprechstunde.

00:13:06: Telemedizinsprechstunde an.

00:13:08: Es ist eine gewisse Skepsis am Anfang da, aber dann merken die Patienten eben auch, dass sie so eine kontinuierliche Versorgung haben, die da ist und dadurch, dass Sie den Arzt an einzelnen Tagen physisch sehen und ihn schon kennen.

00:13:21: Und per Video ist die Akzeptanz sehr hoch.

00:13:24: Es gibt natürlich einen oder anderen, der sagt das ist nichts für ihn, aber die sind doch in der Unterzahl.

00:13:33: Das klingt auf jeden Fall gut, dass sowohl Ärzte als auch Patienten das gut annehmen.

00:13:39: Was hast du geplant?

00:13:40: Wie geht es weiter mit Better Clinics?

00:13:43: Bist du dort selbst auch als Telemedizin Ärztin tätig oder wie sieht dein Leben als Gründerin aus?

00:13:51: Ja also ich bin jetzt zum Beispiel heute, bin ich vor Ort.

00:13:57: Heute ist mein Arzt in Urlaub, der hier sonst auch vor Ort seine Sprechstunden hält.

00:14:03: Ich bin aber auch an einzelnen Tagen selber in der Videosprech-Stunde weil es mir natürlich wichtig ist dass ich auch selber lerne wie sich das anfühlt was die Herausforderungen sind und so meine Mitarbeiter besser zu verstehen um die Patienten besser zu verstehen und auch bei der Optimierung gut mitgestalten zu können.

00:14:22: Und wie sieht das in Zukunft aus?

00:14:23: Also die Zahl der Ärzte, die in Rente gehen klar.

00:14:26: Die Babybühne, Bühner Generationen geht jetzt in Rnte steigt und wir kriegen vermehrt Orte, genau das Problem haben, jetzt wie in Frauenberg und Langenbach.

00:14:36: Jetzt muss man sich überlegen momentan bin ich ja maximal eine Stunde von München entfernt also im Speckgewürtel von Münchern kann man schon noch sagen da gibt es Gebiete in Deutschland die nochmal ganz anders aussehen wenn man nach Sachsen-Anhalt guckt wenn man auch in Bayern gibt es Regionen mit Coburg die Ecke oder Ansbach oder so die da deutlich mehr Probleme haben.

00:14:57: und da ist schon mein Ziel oder die Herausforderung möchte ich schon annehmen dass ich in diesen Bereichen das Konzept noch aus Rollen, um dort eben auch für eine gute Versorgung zu sorgen.

00:15:10: Das heißt Beta-Klinik werden wir in Zukunft öfter sehen und aber das ist wahrscheinlich auch für dich eine große Herausforderung.

00:15:19: ich meine es sind ja eigentlich zwei Jobs also so ein Text Startup sozusagen aufzubauen und gleichzeitig noch Ärztin zu sein.

00:15:29: Ja, wie strukturierst du deinen Alltag?

00:15:30: Wie kriegst du das?

00:15:32: Diese Woche hatten wir schon Event.

00:15:33: Da haben wir da ja die Frage gestellt, wie schaffst Du das alles?

00:15:37: Ja, erzähl doch mal!

00:15:39: Also es ist im Moment schon ein ziemlicher Stretch weil auch immer die Gefahrzeiten wenn man dann mal rausfährt und so noch mit dazu kommen.

00:15:48: ich versuche halt immer an den Tagen wo ich eben nicht in den Praxen bin oder keine Sprechstunde gebe so viel wie möglich administrativ zu machen Und damit ich mich dann auch an den Tagen, wo ich Patientenversorge hundertprozentig auf die Patienten konzentrieren kann.

00:16:03: Weil man will natürlich auch unser Anspruch eine sehr gute Medizin abzuliefern.

00:16:08: Aber es ist momentan schon eine große Herausforderung.

00:16:11: Das Ziel ist natürlich, dass ich mich dann auch in der medizinischen Praxis immer weiter zurücknehme und nicht mehr um das organisatorische Kümmern kann.

00:16:22: Also da sehe ich mich schon langfristig eher dort und eher als derjenige, der sozusagen den anderen Ärzten und vor allem den Ärztinnen möglich macht, dass sie dann eben da eine gute Arbeit machen können.

00:16:37: Und wenn wir vielleicht noch mal auf dich als Unternehmerin zu sprechen kommen, was glaubst du?

00:16:42: Hat dich dazu bewogen.

00:16:44: Kommst du aus einer Unternehmerfamilie?

00:16:46: bist du?

00:16:47: Woher kommt dein

00:16:48: deinen Hang zum Unternehmertum?

00:16:52: Also ich hatte schon immer, wie ich in der Herzchirurgie am OP-Tisch stand.

00:16:55: Das werden meine Kollegen und meine ehemaligen Bestimmbestätigen oft so ansetzen, dass sie gesagt haben das könnte man doch anders machen oder so.

00:17:02: Oder hatte da immer Lust die Dinge zu optimieren und vielleicht zu verbessern?

00:17:08: Und dann irgendwann habe ich gemerkt, ich würde gerne in der Medizin noch ein bisschen im nicht nur für den einzelnen Patienten eine Verbesserung schaffen, sondern eben auch innerhalb des Systems.

00:17:21: Mir war es da wichtig, dass das aus den Reihen der Ärzte gelöst wird.

00:17:27: Es gibt viele Ansätze und dann kommen häufig Betriebswirte, die ja auch ihre Daseinsberechtigung haben und ihr Know-how und alles, die aber den medizinischen Teil häufig nicht verstehen oder auf dem Auge blind sind.

00:17:41: Dann habe ich mir gedacht, das wäre eigentlich eine schöne Sache... Wenn sich auch ein Arzt da unternehmerisch entfaltet, der weiß wie es sich anfühlt, Arzt zu sein.

00:17:51: Und wenn die alte Dame mit reinachtzig dann doch länger als siebzehn Minuten braucht um den Patienten um sich an und auszuziehen und die Untersuchung braucht länger und dass man eben da als sage ich mal Gründer auch weiß, wie sind die medizinischen Bedingungen?

00:18:11: Was ist medizinisch umsetzbar?

00:18:13: häufig in der Medizin, wenn man in unser Gesundheitssystem guckt das vieles optimiert wird und so.

00:18:20: Aber da eben der Aspekt des Arztes sozusagen außen vorgelassen wird und das war für mich immer ein wichtiger Faktor den ich gerne umsetzen wollte dass es eben auch für die Ärzte ein gutes Arbeitsklima ist und es ihnen einfach Spaß macht, weil's ein toller Beruf ist.

00:18:40: Und genau das hat mich immer auch so mit angetrieben.

00:18:46: Du hast allein gegründet?

00:18:48: Das ist richtig!

00:18:49: Ja ich habe alleine gegrundet.

00:18:54: Oder war das dein Wunsch oder würdest du dir wünschen, dass noch jemand an deiner Seite ist?

00:19:00: Vielleicht auch perspektivisch.

00:19:01: Oder wie hast du deine Solokründung sozusagen empfunden?

00:19:07: Also es war zum einen auch regulatorisch geprägt weil man in der Medizin, also so eine Praxis jetzt wie meine eben.

00:19:16: Das könnte ja jetzt einen BWLer gar nicht einfach so gründen weil es in Deutschland implementiert ist das eben nur Krankenhäuser, Dialysezentren und noch ein paar andere und Ärzte eben solche Praxen gründen können.

00:19:27: deswegen war das so notgedrungen dass ich das alleine mache.

00:19:31: Ich habe noch einen guten Freund dabei, der sich um die Zahlen kümmert und mir da immer wieder sagt, da hast du zu viel ausgegeben.

00:19:38: Da kassst du noch Spielraum sozusagen!

00:19:42: Und er das so im Blick behält und der auch bei der Technik mich noch mit unterstützt.

00:19:47: Weil das war ein bisschen meine große Sorge wie kriege ich das technisch alles abgebildet?

00:19:52: Ich bin halt nun mal Arzt und hab Informatik studiert Und das ist eine sehr gute Ergänzung.

00:19:59: Allerdings ist er jetzt eben nicht Mitgründer so oft hier und manchmal denke ich schon, dass es noch besser wäre wenn vielleicht noch jemand dabei wäre der so vielleicht auch das ja da auch nochmal sich in die medizinischen Sachen mit einfuchst oder so.

00:20:16: Das hat sich jetzt so ergeben aber wir wissen ja noch gar nicht wo das jetzt alles hingeht und was sie in den nächsten Jahren noch so alles passiert

00:20:23: Absolut.

00:20:24: Und ich meine, das muss auch ja nicht immer sein.

00:20:26: aber dass man zusammengründet so eine Gründung aus sich heraus kann ja auch sehr ... Ja, sehr maline Strukturen und schnelle Entscheidungen usw.

00:20:39: hervorrufen.

00:20:41: Wie schaffst du es trotzdem?

00:20:43: Auch dich selber in Balance zu halten vielleicht im Austausch zu bleiben?

00:20:48: So ein Grundungsalltag hat ja auch immer viele Challenges.

00:20:52: wo docks du da?

00:20:55: Also ich habe dadurch, dass eben der Alex, der mich unterstützt auch schon mal gegründet hat natürlich auch jemanden mit dem ich mich heraustauschen kann.

00:21:03: Der dann auch sagt Lena so ist es halt Ich weiß immer, dass eine Problem ist.

00:21:09: Irgendwie beseitigt und dreht schon das nächste auf.

00:21:11: Es ist ja dann immer ganz beruhigend, dass man merkt, dass mit seinen Themen nicht alleine ist und dass eben wer ne Firma gründet ob es in der Medizin ist oder irgendwo anders im E-Commerce, dass das irgendwie gleich ist.

00:21:24: Ich habe auch Freunde die schon mal gegründet haben, die ich da immer auch zur Rate ziehen kann.

00:21:31: Dann versuche Das hat mir mein Chef in der Herzchirurgie, der hat gesagt den Job, den er macht ist ein Hochleistensport.

00:21:40: Da muss man einfach fit bleiben.

00:21:41: das kann man nicht wenn man da irgendwie ein Lodderleben führt und der hat immer sehr auf sein Sport und auf alles geachtet und das nehme ich mir auch zu Herzen dass man da eben immer recht diszipliniert bleibt und fokussiert bleibt.

00:21:55: aber manchmal muss man auch einfach mit Freunden im Wochenende wegfahren Einfach mal alles hinter sich lassen, das gehört schon auch mit dazu.

00:22:03: Das mache ich dann auch.

00:22:06: Sehr gut!

00:22:10: Wenn wir vielleicht noch einmal kurz über das Thema Sichtbarkeit sprechen... ...das ist ja auch so ein Thema über das wir uns schon sehr viel ausgetauscht haben.

00:22:18: Als Erstin hast du schon gesagt, hast du vielleicht jetzt auch nicht... alle Fähigkeiten, die man sonst als Unternehmer in noch braucht und vielleicht auch kein Marketingstudium gemacht oder ganz bestimmt keins.

00:22:31: Aber wie findest du das Thema Sichtbarkeit für dich?

00:22:36: Für deinen Unternehmen?

00:22:38: Wie handelst du das, dass vielleicht auch dein Unternehmen bekannter wird und du ja auf das Gesicht des Unternehmens bist?

00:22:47: Ja, also ich habe da lange und haben mich mit zu kämpfen gehabt weil ich glaube das ist auch so ein ding der ärztin die sind häufig fleißig und altruistisch.

00:22:56: Und wollen aber bloß nicht dass man sich damit schmückt oder so.

00:23:01: Und habe dann ja auch durch Visible und auch durch viele Gespräche mit dir gelernt, dass man das natürlich auch super positiv einsetzen kann.

00:23:09: Dass es nicht immer sein muss... Man lehnt sich mit irgendwas was niemand interessiert aus dem Fenster.

00:23:15: sondern gerade in dem Thema, das ich jetzt hier auch bearbeite mit Beta-Klinik ist es ja auch total positiv wenn man davon berichtet und vielleicht auch ein gewissen Optimismus versprüht, weil in Gebieten wo sich sonst keiner so wirklich interessiert auf einmal was Positives entsteht und so.

00:23:34: Und ja das hat sich für mich total geändert.

00:23:37: ich finde eigentlich die Sichtbarkeit auf einmal ein ganz ganz wichtigen Teil auch von Beta-Klinik.

00:23:43: Weil wir eben unterschiedliche Punkte zum Beispiel die Frauen in der Medizin dass wir da gute Bedingungen schaffen.

00:23:50: Das finde ich ist total wichtig und damit muss man rausgehen und es soll sich auch hoffentlich in den nächsten zehn Jahren noch mal massiver ändern, weil anders können wir uns das gar nicht leisten.

00:23:59: Wenn man sieht die Zahlen sich so entwickeln in der Ärzteschaft und auch dass man damit rausgeht und auch den Patienten Hoffnung macht und sagt hey es ist alles gar nicht so schlimm wie Wege und Lösungen.

00:24:13: und ja da finde ich die Sichtbarkeit enorm wichtig.

00:24:18: Ja ich mein wie du's selber schon sagst zum einen was dir auch Eingangs gesagt hast Man kann natürlich so einen ganz stringenten und vielleicht auch klassischen Weg verfolgen, wie du es ja auch erst angegangen bist.

00:24:34: Und dann doch noch mal ein Shift gemacht

00:24:35: hast.

00:24:36: Dann aber kann man sich an der

00:24:39: Stelle

00:24:42: nicht nur neu erfinden, sondern auch neue Erfahrungen machen und da auch als Rollmodel oder gutes Beispiel oder inspirierendes Beispiel für andere sein.

00:24:52: Die vielleicht Lust haben entweder mit ihr zusammen die nächste Praxis zu eröffnen oder als Telemediziner Karriere zu machen oder Familie im Beruf besser zu verbinden.

00:25:04: Ich meine, du bist ja in sehr unterschiedlichen gesellschaftlich relevanten Themen unterwegs.

00:25:09: einmal natürlich die Lücke zu füllen auf dem Land aber natürlich auch einen alternativen Arbeitsplatz für deine Kolleginnen zu ermöglichen, die vielleicht nicht in einer Klinik arbeiten wollen oder vor Ort praxis egal wo sondern sagen hey home office war schon immer mein trau und schön dass wir das jetzt auch in der essenschaft realisieren können.

00:25:32: ich meine da gibt es ja ganz schön viel zu berichten.

00:25:34: kann mir auch vorstellen hat er auch schon gesehen ist die medien immer mehr auf dich aufmerksam werden Und das natürlich auch nicht immer so einfach ist, damit umzugehen oder auch erst mal seinen Weg zu finden und zu sagen hey was will ich denn da eigentlich erzählen?

00:25:48: Oder wie du es vorhin schon sagtest.

00:25:50: Ich schreue mich eigentlich davor so viel zu erzählen weil es sich dann immer so klingt als würde ich mich da selber so promoten.

00:25:57: Darüber haben wir ja auch schon viel gesprochen dass das total wichtig ist sich auserst zu promoten.

00:26:02: Nicht nur der Sache wegen sondern natürlich auch ist es eines Marketing-Instrumente sage ich mal, die vielen Gründerinnen auch am Anfang fast ausschließlich nur zur Verfügung stehen.

00:26:15: Warum also nicht nutzen?

00:26:17: Und deshalb bin ich ganz, ganz happy dass du da auch den Weg gefunden hast und mittlerweile mit gutem Gefühl auch dich sichtbar machst.

00:26:26: Wenn du vielleicht zu einem letzten Tipp aus deiner noch recht jungen Unternehmer in ein Karriere weitergeben würdest.

00:26:35: Und jetzt hören uns vielleicht viele zu, die vielleicht auch schon denken so na ja ich habe hier schon eine Karrierei eingeschlagen und soll ich nicht.

00:26:42: eigentlich hätte ich Lust aber hier unter das innere Gespräch führen und denken so die Lena hat es geschafft.

00:26:49: aber mit welchem tipp würdest du dir ausstatten und sagen dass Hat dir am meisten geholfen, vielleicht auch diese Selbstzweifel oder diese schwierige Entscheidung?

00:27:00: Soll ich nicht zu treffen... ...oder einfach so diesen Schwenk hinbekommen.

00:27:09: Also einen konkreten Tipp!

00:27:11: Ich glaube halt dass man sich häufig zu viel Gedanken macht was dann alles passieren könnte oder was auch andere denken.

00:27:19: Und ich glaube aber, dass man aus so einer Gründungszeit und wenn es einen Jahr lang macht und das wird nichts, aber ich glaube, man zieht für sich persönlich so viel weil es ein unheimlich an die Grenzen der eigenen Persönlichkeit bringt.

00:27:33: Ich finde, das ist viel mehr Gründen als jetzt zu lernen wann muss ich mit dem Steuerberater über etwas sprechen?

00:27:39: Oder wie finde auf einmal so viel über sich selbst.

00:27:46: Weil man merkt, oh, davor habe ich Helmungen!

00:27:49: Das mache ich immer oder das versuche ich zu vermeiden.

00:27:51: bei anderen Themen bin ich viel schneller mit dabei weil es mir mehr liegt und man lernt sich selber so unheimlich kennen.

00:27:57: dass ist so eine Chance für einen ist, dass ich einfach glaube jeder sollte das eigentlich mal machen unabhängig davon was am Ende der Erfolg ist sondern einfach für die eigene Persönlichkeit in den eigenen Lebensweg ist es einfach ne Riesenchance.

00:28:10: Das ist halt kein Tipp.

00:28:11: Kerstin tut mir leid.

00:28:14: Nein, das ist ein sehr wichtiger Gedanke.

00:28:17: Ein sehr mutmachender Gedankel vor allem und vielen Dank dafür!

00:28:21: Ich finde also total wichtig und es ist ein Tipp nicht so selbstkritisch an der Stelle.

00:28:28: Ja aber viele haben immer den Einsatz keine Ahnung.

00:28:33: Das habe ich jetzt nicht, aber halt... Also ich merke es bei mir nur unheimlich, dass wir einmal im Weiß viel mehr Weiß von meiner Stärke, meine Schwächen liegen

00:28:41: als vorher.

00:28:42: Das heißt, diese Gründung hat dir vor allen Dingen auch Klarheit gebracht.

00:28:46: Klarheit über viele Dinge finde ich total wunderbar.

00:28:52: also von dem her Danke dafür und danke auch für die ganzen Einblicke, die du uns jetzt gegeben hast und dass wir ein bisschen mehr verstehen durften wie in Zukunft vielleicht Hausarztpraxen auf dem Land funktionieren.

00:29:05: und wer Beta-Klinik einmal sieht der hat auf jeden Fall ein Zeichen, dass es bergauf geht in seiner Region oder ihrer Region.

00:29:16: Von dem her danke, dass du dich darum kümmerst, liebe Lena und das du versuchst auch es wieder lebenswert und einfacher zu machen was die Interfrastruktur angeht für die Menschen, die gerne auf dem Land leben.

00:29:32: Und ja ich wünsche dir alles alles Gute!

00:29:34: Und freu mich natürlich immer mehr von dir zu hören und dich immer mehr zu sehen.

00:29:42: Vielen, vielen Dank!

00:29:43: Ja danke dir für die Chance!

00:29:45: Vielen lieben Dank!

00:29:47: Sehr gerne!

00:29:54: Das

00:29:54: war eine weitere Folge von Fem Visible Talk.

00:29:57: Ich hoffe ihr fühlt euch inspiriert ermutigt und hattet genauso viel Spaß wie ich.

00:30:03: Abonniert uns gerne auf den

00:30:04: üblichen

00:30:05: Kanälen überall dort wo es Podcasts gibt und lasst euch über neue Folgen informieren.

00:30:11: Danke,

00:30:11: dass ihr euch

00:30:12: heute die Zeit genommen habt!

00:30:13: Und wenn ihr mögt, hören

00:30:15: wir uns

00:30:15: mit der nächsten Folge in Lieder.

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